Testbericht: Koala Cuddle Band 2
Produktbewertung: Die Trage, die sich beinahe wie ein T-Shirt anziehen lässt, wurde überarbeitet. Ob das neue Koala Cuddle Band 2 tatsächlich eine Verbesserung gegenüber
dem Vorgänger darstellt, klären wir im Testbericht.

Das Cuddle Band sehe ich inzwischen öfter in „freier Wildbahn“ und nun wurde die Trage überarbeitet. Während der Stoff der ursprünglichen Version lediglich 30% Baumwolle enthielt, besteht die neue Variante auf die sich dieser Testbericht bezieht zu 97% aus Bio-Baumwolle. Auch bei der zulässigen Traglast hat sich etwas getan: Statt bis zu 9 kg ist das Cuddle Band 2 nun für Kinder bis 15 kg ausgelegt. Ob die Trage dadurch tatsächlich länger genutzt werden kann und mit zunehmendem Gewicht auch noch bequem bleibt, sei allerdings dahingestellt.
Neben der Baumwollvariante gibt es das Cuddle Band auch aus Leinen (siehe Bilder unten) Diese Version ist für ein höheres Gewicht ausgelegt und soll sich damit auch für größere Babys eignen.
Für Frühchen bietet Koala Babycare außerdem eine Variante aus Modalstoff (Bilder unten) an, der so dünn ist, dass man quasi durchschauen kann. Modal ist besonders weich, leicht und atmungsaktiv und eignet sich daher grundsätzlich gut für empfindliche Babyhaut.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit und soziales Engagement gibt es bei Koala Babycare einiges zu erwähnen. Das italienische Unternehmen arbeitet laut der Website mit der Umweltplattform Greenspark zusammen. Nach Angaben von Koala werden für jede eingegangene Bestellung Bäume gepflanzt und Plastikflaschen aus dem Meer entfernt.
Darüber hinaus unterstützt Koala Babycare den italienischen Verein I Bambini delle Fate. Dieser finanziert Projekte zur sozialen Inklusion und zur Förderung der Selbstständigkeit
von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen sowie deren Familien.
Ob das überarbeitete Koala Cuddle Band 2 die Versprechen des Herstellers auch im Alltag
mit Kindern einlösen kann, zeigt unser ausführlicher Testbericht.
Bevor wir in die Details einsteigen, möchte ich mich noch herzlich für die Organisation zweier Testreisen dazu bei Becky von EmmyRoo und Nadine von Trageberatung Wunderblümchen bedanken!
Der erster Eindruck
Dünn, weich, elastisch: Das Prinzip des Cuddle Bands verspricht, die Trage beinahe wie ein T-Shirt anziehen zu können. Baby hinein, gegebenenfalls noch etwas nachziehen, das separate Übertuch darüber und fertig. So weit, so simpel.

Auf der Website verspricht Koala sogar, dass das Baby innerhalb von 30 Sekunden sicher in der Tragehilfe sitzt.
Das Cuddle Band 2 gibt es in verschiedenen Farben, alle Standard-Varianten bestehen laut Hersteller zu 97% aus Bio-Baumwolle, abgesehen von der Leinen-Edition und der Frühchenversion aus Modal.

Die Fakten
Produktion | k.A. des Herstellers |
Material | Bio-Baumwolle / Leinen / Modal, je nach Modell. Das Rückenteil besteht aus 100% Polyester |
Preis | ca. 65-120€, je nach Modell (10/26) |
Die Eigenschaften der Tragehilfe
Die Trage besteht aus einem X-förmigen Rückenteil, das auf der Innenseite mit Mesh ausgekleidet ist. An den beiden oberen Enden des "X" sind jeweils zwei gerafft angenähte, elastische Tragetuchbahnen angebracht. Diese können beim Anlegen breit über Schulter und Rücken der tragenden Person aufgefächert werden und laufen zu den Enden hin konisch zu. Die Ränder sind stabil vernäht.
Das Tuch ist weich, glatt und vergleichsweise dünn, dabei aber ausreichend tragstark.
An den beiden unteren Enden des Rückenteils befinden sich jeweils zwei Sling-Ringe. Diese liegen auf dem Rückenteil auf, sodass zwischen den Ringen und dem Körper der tragenden Person eine Lage des Rückenteils liegt. Das Rückenteil ist in der Breite, nicht jedoch in der Länge dehnbar. Mittig ist das farblich abgesetzte Herstellerlogo aufgestickt.

Der elastische Baumwoll-Stoff gleitet problemlos durch die Ringe und lässt sich auch nach mehrmaligem Verstellen wieder easy festziehen. Über das Nachziehen der Tuchenden lässt sich die Position des X-förmigen Rückenteils anpassen. Wie bei anderen Tragehilfen erfordert es zunächst etwas Übung, die Einstellung passend zur Größe des
Kindes vorzunehmen.

Je nachdem, wie das Tuch vor dem Anlegen in den Ringen aufgefächert und vorbereitet wurde und wie das Tuch festgezogen wird, kann es vorkommen, dass eine Kante der Tuchbahn nach dem Festziehen lockerer oder fester sitzt als der übrige Stoff. Insbesondere bei der Leinen-Variante, denn hier wird die Ungleichmäßigkeit beim Straffen des Tuchs nicht durch die Elastizität ausgeglichen. Dann ist es hilfreich, zu wissen, wie sich die einzelnen Bereiche der Tuchbahn in den Ringen verstellen lassen und an welcher Stelle nachgezogen werden muss, um die gewünschte Anpassung zu erreichen. Dieser Vorgang wird in der Anleitung allerdings nicht näher erklärt.
Obacht: Im folgenden Bild wurde das Übertuch der Leinen-Variante nur zur Veranschaulichung weggelassen, bitte nutze die Trage mit echtem Kind immer so wie vorgesehen mit Übertuch!

Das Übertuch, das als zusätzliche Stofflage über dem Baby verwendet wird, wird in der Regel auf dem Rücken der tragenden Person verknotet. Das aufgenähte Logo dient dabei gleichzeitig als Markierung für die Mitte des Tuchs. Beim Leinen-Übertuch muss der Knoten relativ weit oben am Rücken sitzen, damit das Tuch nicht nach unten rutscht. Das hat sich für mich in der Anwendung als etwas schwierig erwiesen, da sich das Tuch dadurch nicht in allen Bereichen gleichmäßig straff anlegen ließ. Je nach Körperform kann das Übertuch außerdem zu kurz sein, um es vorne zu verknoten.

Der mittlere Teil des Übertuchs, der sich um den Rücken des Kindes legt, ist mit den beiden Tuchenden vernäht. Dadurch teilt sich das Übertuch in drei Segmente auf.
Am unteren Tuchrand im seitlichen Segment befindet sich ein weiteres, kleines und farblich abgesetztes Logo. Die Kanten des elastischen Baumwoll-Übertuchs sind umgeschlagen und versäumt, wodurch die Elastizität des Stoffes auch an den Rändern erhalten bleibt.

Als Zubehör liegen dem Testpaket eine mit Polyester gefüllte Nackenrolle sowie ein sogenannter „Magic Flip“ bei. Dabei handelt es sich um ein breites Stück festen Stoff, das um die Trägerbahn auf Höhe des Gesichts des Kindes gelegt und mit einem Klettverschluss geschlossen wird. Dadurch wird die Stoffbahn an dieser Stelle zusammengefasst, sodass Gesicht und Atemwege des Kindes frei bleiben.
Auf der Nackenrolle und dem Magic Flip befindet sich jeweils das farblich abgesetzte, aufgenähte Herstellerlogo.
Grundsätzlich ist das Konzept der Trage nachvollziehbar und auf eine vergleichsweise einfache Handhabung ausgelegt. Für eine sichere und möglichst passgenaue Anwendung würde ich mir jedoch eine noch detailliertere Anleitung zu einzelnen Anpassungsschritten wünschen. Im Vergleich zu einem klassischen elastischen Tragetuch bietet das Cuddle Band 2 ein stärker vorgegebenes Tragesystem und damit einen einfacheren Einstieg, gleichzeitig aber auch weniger Möglichkeiten zur individuellen Anpassung und zum Wechsel der Trageweisen.
Die Produktdarstellungen auf der Website und in der beiliegenden Anleitung lassen aus meiner Sicht einige Fragen zur korrekten Anwendung offen. So fehlt beispielsweise ein ausdrücklicher Hinweis darauf, dass die Tuchbahnen nicht über das Gesicht des Kindes gezogen werden dürfen. Auch Angaben dazu, wie straff die Trage angelegt werden sollte und welche Bereiche das Übertuch abdecken muss, könnten aus meiner Sicht ausführlicher dargestellt sein.
Der anfängliche Kontakt zum Hersteller war sehr herzlich und unkompliziert. Im weiteren Verlauf hätte ich mir mehr Unterstützung gewünscht, da meine Nachfragen für den Testbericht trotz wiederholter Kontaktaufnahme unbeantwortet blieben.
Zusammenfassung Pro und Kontra:
Pro:
geprüft nach EN 13209-2:2015
pflegeleichtes Material
ideal für Einsteiger, die ein Tuch möchten, aber sich das Binden nicht zutrauen
kann problemlos unter Jacken getragen werden
gut geeignet für Menschen mit körperlichen Einschränkungen
problemlos anpassbar an mehrere Personen, auch wenn das Kind bereits in der Trage ist
kleines Packmaß
Kontra:
Risiko für Anwendungsfehler durch vermeintliche "Einfachheit" und Darstellung durch Produktfotos
lediglich in einer Position nutzbar (nicht für das Tragen auf dem Rücken geeignet)
Die abschließende Bewertung zum Testbericht der Koala Cuddle Band 2 Babytrage
Die auf der Website genannten 30 Sekunden für das Anlegen mögen in der Praxis tatsächlich durchaus erreichbar sein. Gerade bei Neugeborenen und Säuglingen sollte aus meiner Sicht jedoch die sorgfältige und korrekte Anpassung der Trage im Vordergrund stehen. Schließlich ist auch das Anlegen einer Tragehilfe eine unmittelbare Interaktion mit dem Kind, bei der sich ausreichend Zeit für die richtige Positionierung nehmen lässt.
Nichtsdestotrotz ist das Koala Cuddle Band eine tolle Einstiegs-Möglichkeit für Eltern, die den Komfort und den Kuschelfaktor eines Tragetuchs möchten, ohne (bei möglicherweise verminderter Eltern-Hirn-Kapazität) das Binden des Tuchs erlernen zu müssen. Besonders für unsichere Tragende finde ich es praktisch, dass die Festigkeit auch mit Baby in der Trage mit wenigen Handgriffen nachjustiert werden kann. Gleichzeitig wünsche ich mir hier eine gezieltere Anleitung und eine entsprechende Produktdarstellung seitens des Herstellers.
Geändert hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell nicht allzu viel. Der Stoff ist etwas stabiler und die Gewichtsangaben des Herstellers haben sich erhöht.
Habt ihr die Koala Cuddle schon getestet? Wie findet ihr das System und welche Erfahrungen konntet ihr machen? Schreibt es gerne unten in die Kommentare!














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