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Testbericht: Love in loop

  • vor 4 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Produktbewertung: Zwei „Loops“, also Tuchschlaufen zum Überwerfen, ergänzt durch ein Übertuch – daraus besteht dieses etwas andere Tragesystem. Klingt zunächst sehr simpel. Aber wie funktioniert dieses Konzept eigentlich im Alltag? Schauen wir uns das einmal genauer an.


Frau trägt Baby in beige-grauem Tragetuch, schaut liebevoll darauf. Erfahrungen Love in loops babytrage

Bei der Trage von Love-in-Loop handelt es sich weder um eine klassische Schnallentrage noch um ein Tragetuch zum Binden. Stattdessen besteht das System aus insgesamt drei Teilen: zwei sogenannten Loops, also geschlossenen Tuchschlaufen, in die man einfach hineinschlüpft, und einem Übertuch, das am Ende darüber gebunden wird.

Das Konzept wirkt auf den ersten Blick unkompliziert und reduziert. Genau darin liegt vermutlich auch der Reiz für viele Eltern.


Gerade deshalb wollte ich mir die Loops einmal genauer ansehen und für euch testen. Ein großes Dankeschön an meine Kollegin Judith von sonntagskind trageberatung für die Leihgabe und an Vanessa, die Gründerin von Love-in-Loop, für die erneute Möglichkeit zum Testen.


Im folgenden Testbericht schauen wir uns an, wie das Love-in-Loop System funktioniert, welche Varianten es gibt, worauf man beim Kauf achten sollte und warum ich die Trage gleich zweimal testen musste.


Der erster Eindruck


Die Love in Loops sind auf den ersten Blick nicht unbedingt kompakter als ein kurzes Tragetuch, wirken aber durch das System der Loops sehr strukturiert.


Es gibt zwei Hauptvarianten:

  • Classic – aus elastischem Jerseystoff, erhältlich in zehn einfarbigen Designs. Ein Übertuch in passender Farbe ist hier automatisch dabei.

  • Loops to Go – aus fest gewebtem Stoff, erhältlich in vier einfarbigen Loop-Designs. Das Übertuch ist hier optional erhältlich und wird vor allem für jüngere Babys empfohlen, da es zusätzlichen Halt bietet.



Graues Stofftuch mit Label "love-a-loop" auf Holzfußboden. Falten sorgen für eine strukturierte Optik. Ruhige, minimalistische Szene. Loops von Love in loops werden getestet

Funktional unterscheiden sich die beiden Varianten kaum – der Unterschied liegt hauptsächlich im Stoff und in der Elastizität. Ich habe für den Testbericht beide Versionen getestet und miteinander verglichen.


Links die Classic Loops, rechts die Loops to Go


Optionales Zubehör wie Knopfgummis zur Freihaltung der Atemwege oder eine Nackenrolle ist nicht automatisch im Lieferpaket enthalten, kann aber bei Bedarf ergänzt werden.


Die Eigenschaften der Tragehilfe


Der Stoff der Loops ist glatt und angenehm weich. An der breitesten Stelle messen sie ungefähr eine Unterarmlänge und sind relativ dünn verarbeitet, die Kanten sind sauber vernäht.

Die Länge der Loops lässt sich bedingt anpassen: Auf einer Gesamtlänge von 24 cm kann man sie vorab über ein Klettsystem einstellen, das geschickt in einer Stofflasche verborgen ist.



Beide Enden des Loops können komplett voneinander getrennt werden, um die Länge anzupassen. Zur Sicherheit sorgen zwei Gummibänder dafür, dass der Loop dabei nicht unbeabsichtigt aufgehen kann.

Je nach Konfektionsgröße werden die Loops in XS bis XXL angeboten, sodass man für jede Körpergröße die passende Größe auswählen kann.


Erfahrungen Love in loops babytrage, Loops einstellen  und richtig anlegen

Die Loops müssen einmal auf die passende und seitengleiche Größe eingestellt werden und werden anschließend jeweils diagonal getragen.

Anschließend wird das Kind in beide Loops gesetzt und zum Schluss das Übertuch angelegt.



Das Übertuch besteht im mittleren Bereich aus fest gewebtem Stoff, während die äußeren Enden aus elastischem Jersey gefertigt sind.

Am Übergang zum elastischen Stoff ist der mittlere Teil in Falten gelegt, wodurch sich automatisch eine rundliche Tasche in der Mitte bildet. Ein kleines, angenähtes Herz auf der Außenseite dient als Orientierungshilfe und zeigt, wie das Tuch richtig herum angelegt wird und wo sich die Mitte befindet.

An der oberen Kante des Übertuchs befinden sich innen zwei kleine Schlaufen, durch die ein dünnes Stoffbändchen gefädelt werden kann. Damit lässt sich das Übertuch direkt an den Loops befestigen.


Love in loops Babytrage Schlaufentrage. Übertuch mit kleinen Bändchen zur Befestigung

Während wie beim elastischen Tragetuch auch bei den Classic-Loops aus Jersey drei Lagen Stoff nötig sind, und somit das Übertuch unerlässlich ist, kann die dritte Lage bei Kindern mit Kopf- und Rumpfkontrolle bei den Loops to go weggelassen werden. Die Loops to go aus dem gewebten Stoff können ab Sitzalter auch einzeln zur Hüfttrage umfunktioniert werden.  Allerdings ist das System so konzipiert, dass ein Tragen auf dem Rücken damit nicht möglich ist.


Interessanterweise reagieren die beiden Varianten unterschiedlich auf Größe und Gewicht des Kindes: Die elastischen Classic-Loops müssen mit zunehmendem Gewicht enger gestellt werden, damit der Stoff nicht zu stark nachgibt. Die gewebten Loops to Go hingegen müssen mit dem Wachstum weiter gestellt werden, sonst sitzt das Kind eher auf „Kopf-Nuss-Höhe“ statt auf angenehmer „Kopfkusshöhe“.


Links die Classic Loops, rechts die Loops to Go


Neben den Bändchen des Übertuchs lassen sich die Loops auch mit den optionalen Knopfgummis abbinden, um eine freie Atmung und freie Sicht des Babys zu gewährleisten. Für eine Stützung des Kopfs kann die optional verwendbare Nackenrolle oben in das Übertuch eingeschlagen werden. Die Nackenrolle ist etwa drei Finger dick und weich gepolstert.



Besonders hervorheben möchte ich die ausführliche Anleitung und den tollen Kundenservice! Vanessa ist super zu erreichen und bietet jederzeit eine Beratung zu ihren Tragen an. Auf der Website gibt es auch ein Quiz, dass bei der Entscheidung helfen soll, welche Loops am besten geeignet sind. Lustigerweise wurde mir am Ende des Quizzes mit einer bestimmten Reihenfolge der Antworten ein Gutschein empfohlen.



Die Fakten


Material

Bio-Baumwolle

Produktion

Deutschland und Portugal

Nutzbarkeit

ab Geburt bis 14 kg

Preis

ca. 170€ (03/26)


Am Rande noch ein kleiner Hinweis: grundsätzlich es auch laut Hersteller möglich, mit den Loops auf dem Rücken zu tragen. Allerdings wird diese Trageweise nur erfahrenen Tragenden empfohlen und ist bei Kindern, die sich nach hinten lehnen oder grundsätzlich zappeliger sind, aus Sicherheitsgründen eher kontraindiziert. Aus diesem Grund findet man auch keine Videos bei den Anleitungen dazu. Vanessa berät aber jederzeit persönlich!


Es gibt auch eine Variante für Zwillinge, die sog. "TWINS Loops", die sich lediglich in der Breite des Übertuchs unterscheiden, damit das Übertuch auch beide Kinder zuverlässig abdeckt.


Pro und Kontra


Pro:


  • guter Kompromiss für alle, die ein Tuchgefühl ohne Binden wollen

  • praktisch unter der Jacke

  • Loops to Go variabel als Hüfttrage nutzbar

  • kompakt und platzsparend

  • für wirklich viele Körperformen passend

  • Loops können innerhalb 18 Monaten gegen einen Shop-Gutschein zurückgegeben werden.


Kontra:


  • nicht so intuitiv wie gedacht

  • eingeschränkte Tragepositionen

  • abhängig von verschiedenen Konfektionsgrößen (es gibt jedoch optionale Verlängerungen, die für vorhandene Loops genutzt werden können)


Die abschließende Bewertung zum Testbericht der Love in Loops


Einfachheit birgt für mich immer ein potentielles Risiko von falscher Sicherheit. Nichts desto trotz sind die Loops ein toller Einstieg in das Tragen von Babys, ohne dass Gurte, Bänder oder Träger im Matsch hängen. Praktisch finde ich auch, dass die Trage quasi fertig am Körper belassen werden kann, z.B. auf dem Weg zum Einkaufen.

Drei Lagen Stoff sind tendenziell warm.


Die Anleitung sollte unbedingt genauestens angeschaut werden. Tatsächlich ist es mir passiert, dass ich die Trage als so einfach empfand, dass ich erst später einen Blick in die Anleitung werfen wollte. Ich habe die Loops intuitiv so angelegt, dass der dickere Teil mit der Klett-Einstellung auf den Schultern liegt. Das ist Vanessa sofort auf einem Bild aufgefallen, woraufhin sie mir freundlich angeboten hat, mir einmal Verbesserungsvorschläge zu geben. Super Service! Einem Hersteller sollte immer wichtig sein, wie das Produkt verwendet und gezeigt wird.


Habt ihr die Loops vielleicht selbst schon getestet oder Erfahrungen mit ähnlichen Tragesystemen gemacht? Schreibt eure Eindrücke gern in die Kommentare oder teilt den Beitrag mit anderen Eltern, für die das Konzept interessant sein könnte.


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