Testbericht: Didyflow von Didymos
- vor 5 Tagen
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Produktbewertung: bei Didymos gibt es endlich eine Trage zum Binden mit gepolsterten Trägern! Schauen wir uns den Newcomer im Test mal genauer an.

Viele Familien kennen sie und oft liegen sie wie ein kleiner Schatz im Schrank: die Tragetücher von Didymos. Seit Jahrzehnten werden sie weitergegeben, von Eltern zu Eltern, von Generation zu Generation. Achtung Wortspiel: kaum eine Marke ist so eng mit dem Thema Tragen "ver-bunden" wie diese.
Der Hersteller kann aber längst nicht nur Tücher, sondern auch Tragehilfen. Über den DidyFix (Fullbuckle zum Schnallen) habe ich bereits einen Testbericht verfasst. Nun kam neben dem DidyKlick, einer Wrapconversion mit auffächerbaren Trägern aus Tuch auch eine Trage mit gepolsterten Trägern zum Binden (= Halfbuckle): der Didyflow.
Ob Didymos bei der neuen Trage auf Altbewährtes zurückgreift oder sich selbst neu erfindet, liest du hier im Testbericht zur neuen Didyflow.
Vielen Dank für das Organisieren der Testreise, liebste Melanie von www.mamamonkey.de!
Der erster Eindruck
Die Verarbeitung entspricht dem, was man von Didymos erwartet: sauber, präzise und hochwertig. Nähte, Abschlüsse und Übergänge sind ordentlich gearbeitet. Das Design ist clean und aufgeräumt. Überraschend ist die flache Polsterung der Schulterträger, nachdem es ja schon eine Wrapconversion im Sortiment gibt. Insgesamt wirkt die Trage dadurch aber leicht und wenig voluminös. Auch die Einstellmöglichkeiten sind überschaubar gehalten. Statt zahlreicher Details konzentriert sich die Didyflow auf wenige, funktionale Anpassungsoptionen.

Das getestete Modell im Design „Zimt“ unterstreicht diesen Eindruck zusätzlich: Der Stoff fühlt sich leicht und anschmiegsam an und bringt wenig Eigengewicht mit. Insgesamt ist die Trage in vielen unterschiedlichen Designs erhältlich, die sich nicht nur optisch, sondern auch hinsichtlich ihrer (Tragetuch-)Stoffeigenschaften unterscheiden. Bis auf zwei Varianten im Baumwoll-Leinen-Mix bestehen alle Modelle aus 100 % Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA).
Die Fakten
Produktion | Deutschland/Tschechien/Türkei |
Material | Bio-Baumwolle (kbA), ggf. mit Leinen |
Stegbreite (selbst gemessen) | 16 - 42 cm |
Rückenteillänge (selbst gemessen) | 26 - 36 cm |
Bauchgurtlänge (selbst gemessen) | 140 cm |
Eigengewicht (selbst gemessen) | 633 g |
Preis | ca. 160-190 € (07/26) |
Die Eigenschaften der Tragehilfe
Die Kopfstütze besteht aus der Verlängerung des Rückenteils und geht nahtlos über, trotzdem gibt es eine ganz feine, aber dennoch sichtbare Naht am Übergang.
Die Kopfstütze ist relativ groß, rechteckig geformt und aus 2 Lagen Stoff wie das Rückenteil. Die Bänder sind ebenso aus Stoff mit 4 Druckknöpfen, wobei die beiden äußeren und die beiden inneren jeweils identisch sind. Hängt die Kopfstütze unbenutzt herunter, ist das Label aus Leder zu sehen. Es gibt sowohl einen kleinen, fest angebrachten Haken direkt am Trägeransatz oben am Rückenteil. Alternativ gibt es in der Mitte des Trägers auf Höhe der hinteren Schulter 3 aufgenähte Stoffschlaufen.

Am Übergang von Rückenteil zur Kopfstütze sind an den seitlichen Rändern der Kopfstütze zusätzliche Bändchen im selben Stoff mit einem Kordelstopper eingefügt, an denen die Kopfstütze in der Länge zusammengerafft werden kann.
Das Rückenteil ist (ohne die Kopfstütze) fast quadratisch geschnitten und besteht aus zweilagigem Tragetuchstoff. Die Länge lässt sich durch zwei Gurtbänder mit Schnalle unterhalb des Trägeransatzes stufenlos verändern. Im Bild ist die linke Seite des Rückenteils verkürzt.

Die Beinausschnitte sind etwa daumendick gepolstert auf ca. 1/3 der Gesamtlänge des Rückenteils.

Der Steg ist durch Zusammenschieben des Stoff-Tunnels am Bauchgurt stufenlos einstellbar. Die Einstellung wird durch Klett auf der Innenseite des Bauchgurtes fixiert. Der Bauchgurt könnte komplett herausgenommen werden, was das Waschen erleichtern kann, bzw. die Langlebigkeit der Trage fördert. Ein defekter Bauchgurt kann problemlos ausgetauscht werden.

Der Bauchgurt ist flach, mittelfest und leicht geschwungen geformt. Die Schnalle des Bauchgurts ist seitlich auf dem Bauchgurt fixiert, ein zusätzliches Gummiband dient als Schutz. Überschüssiges Gurtband lässt sich aufrollen und durch eine kleine Gummischlaufe am Ende des Gurtes fixieren. Der Bauchgurt ist mit dem selben Stoff wie vom Rückenteil überzogen, sodass die Trage sehr einheitlich wirkt.
Die Träger werden vom Ansatz ausgehend nach unten hin v-förmig breiter, wobei lediglich die äußeren Ränder der Träger dünn gepolstert sind. Der mittlere und untere Teil des Trägers besteht ohne Polsterung.

Etwa auf Höhe der Schulterblätter haben die Träger ihre maximale Breite erreicht und hier endet der gepolsterte Teil, sodass der restliche Träger nur noch aus zwei Lagen glattem Tragetuchstoff besteht. Auf der Innenseite eines Trägers findet sich überraschenderweise das obligatorische Sicherheits-Label, dass sich üblich auf der Innenseite von Rückenteilen findet. Das Material des Labels wirkt etwas steif und knistert stumpf. Die "Weichheit" des Trägers geht dabei auf der betroffenen Seite leider etwas verloren.
Nach dem Label läuft der Träger wieder schmäler zu, sodass das Ende nur noch etwa 4 Finger breit ist.
Die Anleitung ist sehr kleinschrittig und leicht verständlich erklärend. Etwas anderes hätte ich von Didymos ehrlich gesagt auch nicht erwartet. Auch gefällt mir sehr gut, dass verschiedene Trageweisen in Variationen gezeigt werden.
Als kleinen Kritikpunkt möchte ich hier das gebundene Schleifchen unter dem Babypo bemängeln. Die Schlaufen der Schleife haben beim Tragen häufig Türgriff-Höhe.
Zusammenfassung Pro und Kontra:
Pro:
nachhaltige Materialien und Produktion
lange Nutzungsdauer
faires Preis-Leistungsverhältnis
ausführliche Trageberatung bei Didymos möglich
geprüft nach CEN/TR 16512:2015 und ASTM F2236-16a/16CFR 1226
Kontra:
Label am Träger stört
ggf. muss die Trage vor allem im Nackenbereich des Kindes angepasst werden
der Brustgurt zum Rückentragen muss seperat gekauft werden
Die abschließende Bewertung zum Testbericht der Didyflow von Didymos
Die Didyflow erweitert das Didymos-Sortiment um eine Halfbuckle mit gepolsterten Trägern und verbindet dabei die Eigenschaften von Tragetuchstoff mit der Handhabung einer Tragehilfe. Die hochwertige Verarbeitung, die Auswahl der Materialien und die Möglichkeit, die Trage individuell anzupassen, passen zu dem Qualitätsanspruch, den man mit Didymos verbindet.
Obacht, ganz persönliche Meinung:
Im Vergleich zur bereits bestehenden DidyKlick hätte ich mir bei der Didyflow eine etwas andere Ausrichtung gewünscht. Da Didymos bereits seit vielen Jahren eine Wrapconversion mit auffächerbaren Trägern im Sortiment hat, war für mich besonders spannend, wie sich die neue Halfbuckle davon unterscheiden würde. Und jetzt kommt wirklich meine persönliche Vorliebe (keine fachliche Bewertung): Ich hätte bei einer Trage mit gepolsterten Trägern einfach eine stärkere Polsterung erwartet. Die flache Ausführung passt zwar zum leichten und reduzierten Konzept der Trage, bietet für mich aber nicht den Komfortunterschied, den ich von einer gepolsterten Variante im Vergleich zur bestehenden Wrapconversion erwartet hätte.
Trotzdem zeigt die Didyflow schön, dass auch innerhalb eines Tragesystems unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden können. Während manche Familien die leichte und reduzierte Konstruktion bevorzugen, wünschen sich andere möglicherweise eine stärker gepolsterte Variante. Am Ende entscheidet nicht nur die Bauart einer Trage, sondern vor allem das persönliche Empfinden beim Tragen.
Habt ihr die Didyflow bereits ausprobiert? Wie empfindet ihr die Unterschiede zu anderen Halfbuckles oder Wrapconversions? Ich freue mich über eure Erfahrungen, Ergänzungen und Meinungen in den Kommentaren.

























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