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Testbericht: Flybaby Babytrage

  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit

Produktbewertung: die häufig auf social media zu sehende Trend-Trage im Test. Ist der Hype wirklich berechtigt?


Testbericht Flybaby Babytrage

Wer auf social media Kanälen rund um das Familienleben mit Baby folgt, kommt um die Flybaby quasi nicht rum. Die Trage wird vor allem dort sehr gehyped und ist oft zu sehen. Das schreit ja direkt nach einem Testbericht! Glücklicherweise hat die liebe Kim von TragdeinKind dafür eine Testreise organisiert. Vielen lieben Dank mal wieder!


Bei der Flybaby handelt es sich um eine Fullbuckle (= Trage komplett zum Schnallen) aus komplett elastischem Material im super cleanen Look, da die Trage aus einem Teil gefertigt ist und somit Nähte wegfallen und mit Magnetschnallen. Dass die Flybaby optisch überzeugt ist kein Wunder, die beiden Entwicklerinnen sind sowohl Mütter, als auch Produktdesignerinnen. Reicht das, um zu überzeugen? Schauen wir uns die Babytrage von Flybaby im Testbericht mal genauer an.


Der erste Eindruck


Leicht, klein, luftig. Es gibt bis auf die Schnallen und einen Kordelstopper keine festen Bestandteile an der Trage. Alles scheint wie aus einem "Guss" - einheitlich, einfach, locker. Es gibt keine sichtbaren Nähte. Das Gewicht ist ultraleicht, das Material dünn und insgesamt findet sich nicht wirklich viel an der Trage. Vom Prinzip her sieht sie auf den ersten Blick selbsterklärend aus. Insgesamt wirkt das Rückenteil vor allem am Steg unten schmäler geschnitten als andere Babysize-Tragen.


Graue Babytrage mit schwarzen Gurten auf hellem Holzboden, von oben fotografiert; Etikett FLYBABY sichtbar.

Was mir sofort auffällt: Es gibt kein auffälliges Logo, dass gut sichtbar mittig auf dem Rückenteil platziert ist, sondern einen kleinen Aufnäher am seitlichen Rand.

Das Material fühlt sich bei Reibung auf der nackten Haut rau an, vor allem an den verstärkten Stellen.

Die Fakten


Produktion

Europa, genauere Angaben nicht bekannt

Material

recyceltes Polyester

Stegbreite*

14 - 32 cm

Rückenteillänge*

35 cm

Bauchgurtlänge*

155 cm

Eigengewicht*

420 g

empfohlene Größe

laut Website bis Gr. 86

empfohlenes Gewicht

3,2 - 15 kg

Preis

ca. 250€ (07/26)

*selbst gemessen


Die Eigenschaften der Tragehilfe


Die Kopfstütze ist in der Breite, aber vor allem durch die geraffte Strickart in der Länge dehnbar. Im ursprünglichen Zustand wirkt die Kopfstütze eher klein und unauffällig.

Die lose Kante der Kopfstütze ist gerundet und könnte vermuten lassen, dass die Rundung bei beidseitiger Verwendung der Befestigung exakt um einen Hals passt. Die innenliegende Naht der Kane kratzt dabei manchmal auf der Haut am Hals. Grundsätzlich rate ich als Trageberaterin davon ab, Kopfstützen symmetrisch zu verwenden - aufgrund des Risikos eines Hitzestaus und der Bildung von CO² darunter. Auch Flybaby weist in der Anleitung ausdrücklich darauf hin, die Kopfstütze nur einseitig zu befestigen. Mögen wir!



Seitlich befindet sich am Ende der Kopfstütze jeweils eine Schlaufe aus einem einfachen Gummiband, das in einen kleinen Haken an der inneren Kante der Träger eingehakt werden kann. Es ist nicht möglich, die Position der Haken und die Festigkeit der Kopfstütze zu regulieren. Die Kopfstütze geht nahtlos in das Rückenteil über. Durch die hohe Elastizität ist die Stützfunktion eingeschränkt.


Nahaufnahme eines hellgrauen Strickteils mit schwarzer Kordel auf Holzfußboden. Testbericht Flybaby Babytrage

Das Rückenteil besteht aus einer Lage Stoff, die in 3D-Technik gestrickt wird und somit aus mehreren verbundenen Lagen besteht. Dadurch bleibt die Trage trotz der Elastizität beim Tragen stabil. Mittig am Rückenteil ist der Stoff ovalförmig etwas gröber gestrickt. Hier ist der Stoff wesentlich fester, als beim Rest der Trage und gleichzeitig aber etwas luftdurchlässiger. Die restliche Trage ist durch das Material eher weniger atmungsaktiv. Der seitliche Rand des Rückenteils ist so gestrickt, dass er in Längsrichtung kaum dehnbar ist. Das gibt der Trage etwas mehr Stabilität.


Beiger Strickbezug mit schwarzen Clips und Kordel auf Holzfußboden, nah aufgenommen. Testbericht Flybaby Babytrage

Die Beinausschnitte sind ungepolstert. Der seitliche Bereich ist jedoch wie bereits erwähnt an den Beinen anders gestrickt, wodurch sich das Material dort etwas stabiler anfühlt. Durch die ungepolsterte Ausführung und die vergleichsweise feste Stoffkante kann diese im Bereich der Beinausschnitte je nach Statur des Kindes drücken.

Oberhalb davon wird die Trage beidseitig nach oben hin breiter und geht dann nahtlos in die breiten, auffächerbaren Träger über. Die Form der ausgebreiteten Trage erinnert mich ein bisschen an ein Flughörnchen – vielleicht deshalb der Name Flybaby?


Graue Strick-Babytrage auf Holzboden, schwarzes Label mit www.flybabyberlin, gepolstert und leer. Testbericht Flybaby Babytrage

Mittig auf dem Rückenteil sind die magnetischen Schnallen für die Träger angebracht. Die Schnallen wurden so angenäht, dass der Zug nach oben verläuft. In diesem Bereich gibt es keine Abnäher oder Verstärkungen. Zusätzliche Vorkehrungen um das Rückenteil in der Länge anzupassen gibt es nicht. Durch das elastische Material passt sich die Trage durch das zunehmende Gewicht des Kindes bei korrekter Anwendung in der Länge wie von selbst an.


Testbericht Flybaby Babytrage Magnetschnalle

Das Rückenteil geht nahtlos in die Träger über. Diese sind ebenso ungepolstert und können durch die gerippte Strickart über die Schultern aufgefächert werden. An der inneren Kante sind die Träger ein Stück weit verstärkt. Hinter den Schultern ist der Stoff weniger elastisch, aber immer noch breit aufliegend und geht dann in ein Gurtband mit Magnetschnalle über. Die Träger werden ausschließlich überkreuzt getragen und an den Gegenstücken am Rückenteil befestigt. Durch die Magnete können die Schnallen mühelos einhändig geschlossen und geöffnet werden. Die Träger werden ausschließlich an der Schnalle am Rückenteil in eine Zugrichtung festgezogen.



Beim Tragen mit aufgefächerten Trägern spannt sich bei mir die innere, halsnahe Kante des Trägers und wird dabei fast schon scharfkantig, wobei gleichzeitig die äußere Kante locker ist. Nichts desto trotz liegen die Träger flächig auf und verteilen das Gewicht großzügig über die Schultern und Rücken.


Der Steg der Trage ist durch ein Gummiband und einem Kordelstopper stufenlos in der Breite einstellbar, wobei sich dadurch gleichzeitig der flexible Bauchgurt zusammenzieht. Zieht man den Bauchgurt mit den Händen wieder etwas glatt, rutscht auch die Stegeinstellung in der Breite trotz dem Kordelstopper nach.

Der Steg vom Rückenteil geht ebenso nahtlos in den Bauchgurt über.


Nahaufnahme eines hellgrauen Strickbezugs mit schwarzen Clips und Kordel auf Holzboden. Testbericht Flybaby Babytrage

Der Bauchgurt ist in vielen einzelnen, etwa fingerbreiten Kammern dünn, aber dicht gepolstert und sehr flexibel. Es ist problemlos mit einer Hand möglich, den Bauchgurt zusammen zu knautschen. Am seitlichen Rand des Bauchgurts befindet sich unterpolstert die etwas größere Magnetschalle. Auch hier kann die Schnalle theoretisch problemlos mit einer Hand geöffnet oder geschlossen werden, allerdings sollte die Schnalle auch noch durch das Sicherheitsgummi gefädelt werden, wordurch beide Hände aus sicherheitsgründen beim Öffnen nötig sind.


Beige und schwarze Gurte mit Clips auf Holztisch, Produktaufnahme; sichtbares Etikett FLYBABY, ruhige neutrale Stimmung. Testbericht Flybaby Babytrage

Die Trage ist für das Tragen mit überkreuzten Trägern konzipiert. Auch beim Tragen auf dem Rücken empfiehlt es sich durch einen fehlenden Verbindungsgurt, die Träger vorne am Körper zu überkreuzen. Durch das elastische und breite Material liegen die Träger auch vor der Brust flächig auf. Sei bitte vorsichtig, wenn du zu Brustentzündungen oder Milchstau neigst!




Zusammenfassung Pro und Kontra:


Pro:

  • sehr leicht und luftig

  • minimale Einstellungen

  • praktische Magnetschnallen

  • problemlos von mehreren Personen nutzbar

  • schnelltrocknend

  • Geprüft nach DIN CEN/TR 16512:2018-08 und EN 13209-2:2016


Kontra:

  • im Vergleich eher kürzere Nutzungsdauer

  • Synthetisches Material

  • durch die Einfachheit der Trage besteht die Gefahr, die Trage falsch anzulegen

  • Träger ausschließlich gekreuzt nutzbar




Die abschließende Bewertung zum Testbericht Flybaby Babytrage


Die Babytrage von Flybaby verfolgt mit ihrer gestrickten Konstruktion einen innovativen und eigenständigen Ansatz. Das geringe Eigengewicht, die nahtlose Verarbeitung und das besondere Design machen sie zu einer interessanten Alternative für Familien, die ein modernes Tragesystem suchen.


Im Test zeigte sich jedoch, dass die tatsächliche Nutzungsdauer stark von der Größe und den Proportionen des Kindes abhängt. Die vom Hersteller angegebene Eignung bis etwa Kleidergröße 86 konnte ich in meinem Test nicht vollständig nachvollziehen. Die Testpuppe trägt Größe 80/86; hier war der Steg bereits zu schmal. Nach meiner Erfahrung liegt der passende Zeitraum daher eher im Bereich bis etwa Kleidergröße 74. Danach könnte auf die Toddlertrage von Flybaby gewechselt werden.


Auch beim Thema Nachhaltigkeit gibt es verschiedene Perspektiven: Flybaby setzt auf recyceltes Polyester und eine nahezu verschnittfreie Fertigung. Gleichzeitig besteht die Trage vollständig aus einem synthetischen Material, was für Familien, die bei Babyprodukten bevorzugt auf Naturfasern setzen möchten, ein relevanter Aspekt sein könnte. Positiv hervorzuheben ist das durchdachte und einfache Konzept der Trage.


Offene Rückfragen zu einzelnen Produktionsdetails und Merkmalen der Trage konnten im Rahmen meines Tests leider nicht abschließend mit dem Hersteller geklärt werden.


Am Ende ist die passende Babytrage immer eine sehr persönliche Entscheidung. Die Flybaby bringt einige spannende Ansätze mit und kann für Familien, die genau dieses Konzept suchen, eine sehr interessante Wahl sein. Wer unsicher ist, sollte verschiedene Tragen vergleichen und möglichst testen, welche Lösung sich für das eigene Kind und den eigenen Alltag am besten anfühlt.


Habt ihr die Flybaby bereits getestet? Ich freue mich über eure Erfahrungen, Ergänzungen und Meinungen in den Kommentaren. Der Austausch hilft dabei, ein möglichst vielseitiges Bild von der Trage zu bekommen.

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